Deutsche wirtschaftliche und entwicklungsfördernde Zusammenarbeit mit der Demokratischen Republik Kongo

GIZ Bild vergrößern Strassenbau Strecke Butembo - Beni (© GIZ)

1. Die Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist seit mehr als 35 Jahren in der DR Kongo entwicklungspolitisch engagiert. Auch während der Bürgerkriege der 1990er Jahre wurde die Entwicklungszusammenarbeit nicht vollständig ausgesetzt. Ende 2004 wurde die Entwicklungszusammenarbeit offiziell wieder aufgenommen. 2008 fanden die ersten Regierungsverhandlungen seit 20 Jahren zwischen der DR Kongo und Deutschland statt. Die DR Kongo ist seitdem ein wichtiges Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Bei den zweiten Regierungsverhandlungen 2012 in Berlin unterstrich Deutschland die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der DR Kongo und vereinbarte gemeinsam mit den kongolesischen Partnern einen noch stärkeren Fokus auf Wirksamkeit und Effizienz der deutsch-kongolesischen Entwicklungszusammenarbeit.

Die deutsch-kongolesische Entwicklungszusammenarbeit geht weit über die klassische bilaterale Entwicklungszusammenarbeit hinaus. So arbeiten in der DR Kongo neben den staatlichen Durchführungsorganisationen GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe) und KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) auch viele deutsche Nichtregierungsorganisationen, kirchliche Organisationen, politische Stiftungen (Konrad-Adenauer Stiftung und Hanns-Seidel Stiftung), Universitäten, Ärzte und Krankenhäuser sowie ein Vielzahl weiterer privater deutscher Initiativen.

Neben der bilateralen Hilfe engagiert sich Deutschland aber auch in multilateralen Organisationen und innerhalb der EU für die Demokratische Republik Kongo:

- EU – Europäische Union

- IWF – Internationaler Währungsfonds

- WB - Weltbank AfDB 

- AfDB - Afrikanische Entwicklungsbank

- VN – Vereinte Nationen

Der deutsche Beitrag zu diesen Organisationen für die DR Kongo beläuft auf ungefähr 150 Millionen Euro pro Jahr.

Deutschland unterstützt viele regionale und internationale Initiativen, um das Anliegen der Demokratischen Republik Kongo nachhaltig zu begleiten, wie die Internationale Konferenz der Grossen Seen, die internationale Kongobecken-Flussschifffahrtskommission CICOS sowie Regionalorganisationen zum Erhalt und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Waldökosysteme im Kongobecken, u.a. COMIFAC.

Leitprinzipien der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind nachhaltige Armutsbekämpfung, Schutz und nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen und Friedenssicherung. Mit seinem umfangreichen bi- und multilateralen Engagement leistet Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der strukturellen Ursachen bewaffneter Konflikte in der DR Kongo. Deutschland trägt damit maßgeblich zur Umsetzung des Rahmenabkommens von Addis Abeba vom 24. Februar 2013 zur Stabilisierung insbesondere des Ostkongos bei.

2. Zweite Regierungsverhandlungen vom 26. – 28. November 2012 in Berlin

Im Rahmen der nach 2008 zweiten deutsch-kongolesischen Regierungsverhandlungen sagte Deutschland für das Jahr 2013 ein finanzielles Engagement von 105,3 Millionen Euro zu. Schwerpunkte der Investitionen:

- Wasserversorgung und Abwasserentsorgung

- Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen

- Auf- und Ausbau eines landesweiten Mikrofinanzsystems

Von besondere Bedeutung sind dabei die Beiträge der deutschen Seite zu einer transparenten und armutsorientierten Nutzung der vielfältigen Ressourcen, wie z.B. des umfangreichen Waldökosystems und der mineralischen Rohstoffe (u.a. Aufbau eines Rohstoff-Zertifizierungssystems). Letztere spielen auch eine wichtige Rolle hinsichtlich des Konfliktpotentials in Teilen des Landes.

Deutschland engagiert sich zu Stabilisierung und Wiederaufbau – vor allem im Osten des Landes. Dabei kommt ein zusätzlicher Friedensfonds zum Einsatz, der beschäftigungsintensiv und sichtbar Resultate für die notleidende Bevölkerung erzielen soll. Weitere Vorhaben der bilateralen Kooperation sind Unterstützung der Gesundheitsreformen, wirtschaftliche Integration benachteiligter Jugendlicher in Maniema und Süd-Kivu sowie Rehabilitierung des Wasserkraftwerks Inga II.

3. Humanitäre Hilfe, entwicklungsfördernde Struktur - und Übergangshilfe

Deutschland engagiert sich im Rahmen seiner Struktur- und Übergangshilfe weiterhin mit jährlichen Mitteln – ca. 10 Millionen Euro – zur Stabilisierung des Landes. Das Portfolio reicht von Reintegration der Bürgerkriegsopfer bis zur Friedensförderung im Osten des Kongo. Hierbei liegt ein besonderes Fokus auf den Themen Landwirtschaft und Ernährungssicherung.

Darüber hinaus engagiert sich Deutschland mit ca. 8 – 10 Millionen Euro im Jahr für humanitäre Hilfe, um zur Linderung akuter Not nach Kriegs- und Naturkatastrophenereignissen beizutragen.

4. Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und - bewältigung

Im Rahmen seines umfassenden, ressortübergreifenden Gesamtkonzepts für zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung trägt die Bundesregieurng dem erweiterten Sicherheitsbegriff Rechnung. Mit insgesamt ca. 27 Millionen Euro (2009 - 2011) betreibt Deutschland in der DR Kongo Projekte in diesem Bereich. So wird die nationale Polizeireform und das VN Wiederaufbauprogramm für die Grenzpolizei im Osten unterstützt. Die von Deutschland finanzierte Rehabilitierung des Flughafens Goma steht ebenfalls in diesem Zusammenhang. Der Zivile Friedensdienst (ZFD) entsendet Fachpersonal (u.a. von Brot für die Welt, EIRENE, AGEH) für Friedensdialoge (Unterstützung multiethnischer Netzwerke), Transparenz bei Rohstoffen und Menschenrechte. Dabei werden auch wichtige Medien wie das Radio unterstützt, u.a. Radio Maendeleo und weitere 140 Radioclubs in Bukavu/Südkivu. Über das Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa) werden Vorhaben zur Konfliktforschung vor allem im Osten des Landes gefördert.

5. Kleinstprojekte-Fonds der Botschaft

Mit der Durchführung lokaler Maßnahmen durch die Botschaft Kinshasa wird das Instrumentarium der Technischen Zusammenarbeit in der Demokratischen Republik Kongo wirksam ergänzt und die Möglichkeit geschaffen, vor Ort flexibel, schnell und wirksam Hilfe zu leisten. Bei den Projekten handelt es sich prioritär um Maßnahmen, die den Grundbedürfnissen der armen und ärmsten Bevölkerungsschichten Rechnung tragen. In den letzten Jahren hat die Botschaft Kinshasa Projekte der Trinkwasser- und Energieversorgung, der Ernährungsverbesserung, des Schul und Bildungswesens, des Gesundheitswesens und sanitären Einrichtungen finanziell unterstützt. Bei der Auswahl der Projekte werden alle Provinzen und Regionen der Demokratischen Republik Kongo berücksichtigt.

6. Deutsche Organisationen in der Demokratischen Republik Kongo

Organisationen der technischen und finanziellen Zusammenarbeit

GTZ – Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (http://www.giz.de/de/weltweit/348.html),

GTZ- International Service (IS)(www.giz.de/international-services)

KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau (Finanzielle Zusammenarbeit) (www.kfw-entwicklungsbank.de)

BGR – Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (www.bgr.bund.de/DE/Themen/Zusammenarbeit/.../kongo_dr.html)

Politische Stiftungen:

HSS – Hanns Seidel Stiftung (www.hss.de/kongo)

KAS – Konrad Adenauer Stiftung (www.kas.de/kongo)

Nichtregierungsorgansationen, kirchliche und humanitäre Organisationen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

AGEH Arbeitsgemeinschaft für EntwicklungshilfeBrot für die Welt (www.ageh.de)

Brot für die Welt (www.brot-fuer-die-welt.de)

CFI (Christliche Fachkräfte International) (www.gottes-liebe-weltweit.de)

CBM (Christoffel Blindenmission) (www.cbm.de)

Caritas(www.caritas-international.de/10477.html)

Deutsche Welthungerhilfe (http://www.welthungerhilfe.de/informieren/projekte/kongo-weg-in-die-zukunft.html)

Diakonisches Werk (www.diakonie.de)

EIRENE (Internationaler Christlicher Friedensdienst) (www.eirene.org)

Johanniter Unfall-Hilfe (www.johanniter.de/die-johanniter/johanniter-unfall-hilfe)

Malteser International (www.malteser-international.org)

Max-Planck Institut (www.eva.mpg.de/max-planck-research-groups.html)

MISEREOR (www.misereor)

SES – Senior Experten Service(www.ses-bonn.de/en/senior-experts.html)

Zusammenfassende Informationen