Deutschland finanziert neues Projekt im Bereich der humanitären Hilfe in Höhe von 1.167.401 Euro im Ostkongo

26.2.2015: Für das Projekt„Unterstützung der umfassenden Versorgung Überlebender sexueller Gewalt und Basisgesundheitsversorgung in den Gesundheitszonen Masisi und Karisimbi, Nord-Kivu, DR Kongo“ stellt Deutschland aus Mitteln des Auswärtigen Amtes1.167.401 Euro bereit.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe wird das Projekt vor Ort umsetzen. Die Johanniter setzen bereits seit mehreren Jahren erfolgreich Projekte der Nothilfe und Entwicklungsorientieren Not- und Übergangshilfe/ Entwicklungsfördernden und strukturbildenden Übergangshilfe in der Region von Nord-Kivu um. Inhaltlicher Schwerpunkt dieser Projekte sind Basisgesundheitsversorgung, Versorgung von Überlebenden sexueller Gewalt und WASH.

Im vorliegenden Projekt ist das übergeordnete Ziel, den Überlebenden sexueller Gewalt der Gesundheitszone Masisi und den Binnenvertriebenen-Camps Mugunga I und III eine umfassende Versorgung zu bieten, die in die – ebenfalls vom Projekt geleistete - allgemeine Basisgesundheitsversorgung integriert wird.

Hintergrund: Die Provinz Nord-Kivu im Osten der DR Kongo ist nach wie vor destabilisiert durch die Aktivitäten bewaffneter Milizengruppen und die Kämpfe mit kongolesischen Armee (FARDC). Die Situation in der Gesundheitszone Masisi war im vergangenen Jahr geprägt durch Auseinandersetzungen zwischen FARDC und der Rebellengruppe APCLS. Letztere konnte mittlerweile zurückgedrängt werden. Laut dem Flüchtlings-Hilfswerk der VN (UNHCR)  zählt das Territoire de Masisi im Nord-Kivu mit 145.072 die größte Zahl von in Camps lebenden Binnenvertriebenen, in Goma sind es 53.478 IDPs. (Nord-Kivu gesamt: 248.979). Viele von Ihnen werden jedoch auch in Gastfamilien aufgenommen, so dass die Zahl mit über 860.000 Binnenvertriebenen im Nord-Kivu insgesamt noch viel höher liegt (OCHA, November 2014).

Auch sexuelle Gewalt ist in Nord-Kivu nach wie vor ein ausgeprägtes gesellschaftliches Problem. Die fehlende Rechtsstaatlichkeit und die Präsenz von bewaffneten Gruppen führen dazu, dass die Zahl der Fälle von sexueller Gewalt nach wie vor hoch ist. Bei der Unterstützung von Überlebenden sexueller Gewalt müssen vor allem die medizinischen, psychologischen und sozialen Folgen berücksichtigt werden. Darüber hinaus ist deren Unterstützung bei der juristischen Verfolgung der Täter wichtig, denn die Zahl jener, die versuchen, die Täter rechtlich zur Verantwortung zu ziehen, ist noch immer gering.