Ostkongo: Nachwuchsjournalisten in der Region eine Stimme geben

Christian Becker Bild vergrößern (© Christian Becker) Im August und im September hat Dr. Christian Becker, Ostkongo- und Presse-Referent der Botschaft zwei Projekte im Bereich der Förderung  eines professionellen und konfliktsensiblen Journalismus besucht. Zum einen Radio Tayna in Goma im Ostkongo; zum anderen Ejo, eine lokale Nichtregierungsorganisation in Ruandas Hauptstadt Kigali, die Sendungen für Voice of America produziert. Beide Projekte folgen einem Ansatz, der für das gegenseitige Verständnis und den sozialen Frieden in der Region ganz besonders wichtig ist. Denn mit Hilfe der Betreuung durch die erfahrenen Journalistinnen Judith Raupp und Johanna Wild, die im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes von der GIZ und von Brot für die Welt finanziert werden,  arbeiten sie eng zusammen und fördern den Austausch mit- und untereinander. Die überwiegend jungen einheimischen Journalisten sollen ihr Handwerk professionell erlernen und werden in insbesondere in konfliktsensibler Berichterstattung geschult. Denn genau dies ist in der krisengebeutelten Region vonnöten, hat doch gerade die Medienberichterstattung in der Vergangenheit eher Konflikte geschürt als zur Völkerverständigung und zum Aufbau einer freien Presse etc. beizutragen.

Christian Becker Bild vergrößern (© Christian Becker) Die jungen Medienmacher aus Ruanda und Kongo sollen im Rahmen der Zusammenarbeit zusammenkommen und voneinander und miteinander lernen. Vor allem sollen sie aber Erfahrungen jenseits von Stereotypen und Klischees machen.  Letztlich orientiert sich die Idee gewissermaßen am deutsch-französischen Jugendaustausch, der nach dem 2. Weltkrieg wesentlich zur Versöhnung der beiden Völker beigetragen hat.  Zurzeit produzieren die Nachwuchsjournalisten aus Ruanda und dem Kongo eine Radio-Pilotsendung zum Thema „Essensgewohnheiten im Kongo und in Ruanda, wie beeinflussen sie das Miteinander der beiden Völker“.  Fernab von der großen Politik wird hier vielmehr der Alltag der Menschen zum Gegenstand gemacht und somit eine gegenseitige Annäherung ermöglicht. Unter teils noch sehr schwierigen und finanziell bescheidenen Rahmenbedingungen gehen Betreuer und Nachwuchsjournalisten hier mit viel Herzblut und einer gewaltigen Portion Zivilcourage zu Werke. Sie zeigen, wie in der Alltagsrealität mit kleinen Schritten Brücken gebaut werden und zugleich das Fundament für eine professionellere Medienberichterstattung geschaffen werden können.  Das Ganze ist nicht zuletzt genau das, was es sein soll: ein wunderbares Beispiel gelebter Völkerverständigung, das den Menschen eine Stimme gibt und Dinge in Perspektive setzt. Im Großen wie im Kleinen.  Für die nahe Zukunft haben es sich die Beteiligten zum Ziel gesetzt, noch weitere kongolesische Kommunalradios als auch zwei Radios aus Burundi hinzuzuziehen, um dann wöchentlich eine grenzüberschreitende Sendung in unterschiedlichen Sprachen zu produzieren.      

Nachwuchsjournalisten

Christian Becker