Straßenbau ist Friedensarbeit: Deutschland unterstützt Straßenbau im Ostkongo

Botschafter Wolfgang Manig eröffnete zusammen mit dem Gouverneur der Provinz Maniema, Pascal Tutu Salumu, den ersten Abschnitt der wiederhergestellten Nationalstraße 31. Die knapp 100 Kilometer lange Strecke zwischen Lubutu und Yumbi wurde am 29. Januar 2014 feierlich an die lokalen Behörden übergeben. Zum Projekt gehören auch zwei Fähren, die die Flüsse Lowa und Lubutu überqueren. An der Zeremonie nahmen neben zahlreichen Vertretern der kongolesischen Zentralregierung und lokaler Behörden die Leiterin des KfW-Büros Kinshasa, Karin Derflinger, und der Regionaldirektor der Welthungerhilfe, Herbert Volbracht, teil. Er reiste eigens aus Bonn an.

Die Bundesregierung hat dieses erste Teilstück mit Mitteln der KfW finanziert. Der Friedensfonds, den die Bundesregierung zur Umsetzung von Projekten dieser Art schon 2007 eingerichtet hat, und das Planministerium der DR Kongo haben den Bau der Straße vereinbart. Die deutsche Nichtregierungsorganisation „Welthungerhilfe“ (hier früher bekannt als „Agro Action Allemande“) erhielt den Auftrag, die Straße und die Fähren zu bauen.

Botschafter Manig verglich in seiner Ansprache den Bau von Straßen in den von Konflikten belasteten östlichen Provinzen der DR Kongo mit den militärischen Leistungen der kongoleischen und UN-Streitkräfte im Kampf gegen die Rebellen. Beides diene der Stabilität, diese wiederum sei Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung und wahren Frieden. Tatsächlich führt für die lokale Bevölkerung bereits die erste Teilrehabilitierung zu einer spürbaren Verbesserung ihrer Lebensbedingungen: Die Agrarproduktion entlang der Straße wächst, die produzierten Lebensmittel können auf die Märkte gebracht werden. Zuvor war die Straße nur mit dem Fahrrad oder Motorrad passierbar, der Tranport von Gütern kaum möglich.

Die Wiederherstellung der Straße ist sehr anspruchsvoll: Aus Sicherheitsgründen mussten wiederholt Personal und Gerät evakuiert werden. Die geologische Unsicherheit stellte auch die Ingenieure der Welthungerhilfe immer wieder vor neue Herausforderungen. Weil alte Brückenbauwerke nicht mehr für den Schwerlastverkehr genutzt werden können, mussten Fähranleger eingerichtet und mitten im Urwald aus großen Einzelteilen zwei Fähren gebaut werden. Die Welthungerhilfe wird mit dem Bau des zweiten Teilabschnitts in Kürze beginnen. Bis Mitte 2015 soll die Stadt Punia erreicht werden. Mit der Anbindung an das kongolesische Straßennetz wird die Provinz Maniema zu großen Teilen erschlossen sein.

Die Wiederherstellung der Straße ist ein weiterer Nachweis, dass es der Bundesregierung mit einer echten Partnerschaft zur DR Kongo ernst ist. Durch arbeitsintensiv durchgeführte Infrastrukturmaßnahmen und Aktivitäten im Landwirtschaftssektor wird für die lokale Bevölkerung Frieden konkret greifbar und eine Alternative zu Konflikt und Gewalt geschaffen.

Straßenbau im Ostkongo

FCP