Bundesminister Dr. Gerd Müller zu Besuch in der DR Kongo

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller hat am 11. und 12. März die Demokratische Republik Kongo besucht. Die DR Kongo, sieben Mal so groß wie Deutschland, gilt als Schlüssel für die Stabilität der Region. Trotz seines Rohstoffreichtums handelt es sich jedoch um eines der ärmsten Länder der Welt. 70 Prozent der Bevölkerung leben unter der absoluten Armutsgrenze.
Dazu sagte Bundesminister Müller: „ Ziel unserer Zusammenarbeit ist, dass der Rohstoffreichtum für die Entwicklung des Landes genutzt wird und damit allen Menschen in Kongo dient. Staatseinnahmen und -ausgaben im Rohstoffbereich müssen transparent sein und der Bevölkerung zu Gute kommen. Wichtig sind aber auch die globalen Wertschöpfungsketten: Es kann nicht sein, dass die gewinnbringende Weiterverarbeitung der Rohstoffe ausschließlich außerhalb der Herkunftsländer realisiert wird. Unser Konsumhunger darf nicht auf dem Rücken ausgebeuteter afrikanischer Arbeiter und Kinder in Coltan-Minen gestillt werden.“ Bundesminister Müller informierte sich deshalb auf seiner Reise über im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zertifizierte Rohstoffe, aus denen zum Beispiel Fairphones hergestellt werden.
Weiterhin erörterte er im Gespräch mit Premierminister Matata Ponyo, wie die Wirtschaftsentwicklung des Landes nachhaltig gefördert werden kann – Deutschland wird sein Engagement in diesem Bereich ausbauen.

Im Mittelpunkt seiner Gespräche standen außerdem der Schutz der Tropenwälder und die Artenvielfalt im Kongobecken. Das Kongobecken ist das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde mit einer einzigartigen Biodiversität. Die Hälfte aller in Afrika lebenden Tierarten ist hier beheimatet. Deutschland unterstützt die Region des Kongobeckens beim Erhalt der Regenwälder und beim Schutz der Artenvielfalt. Die Partner sind neben der DR Kongo und Kamerun die Zentralafrikanische Waldkommission COMIFAC, in denen sich zehn Staaten zum Schutz der Wälder zusammengeschlossen haben.
Minister Müller: „Wir müssen die tropischen Regenwälder als Lunge der Welt erhalten. Sie binden CO2 und haben deshalb entscheidenden Einfluss auf unser Erdklima. Waldschutz hier bietet enorme Potenziale, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Außerdem ist die Aufforstung insbesondere in trockenen Regionen ein entscheidender Beitrag, um die Nahrungsversorgung zu verbessern und damit die Armut zu bekämpfen."
Vor seiner Weiterreise nach Kamerun würdigte Minister Müller zudem die kongolesischen und deutschen Mitarbeiter der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die wesentlich dazu beitragen, dass Deutschland verlässlicher Partner dieser Schüsselregion Afrikas ist.

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